»Streu Glitzer drauf!« ist Religiöses Buch des Monats

Der Borromäusverein und der Sankt Michaelsbund empfehlen als Religiöses Buch des Monats März 2023 »Streu Glitzer drauf!« von Sr. Marie-Pasquale Reuver.

Aktuelles Glaube Gemeinschaft

Das Buch »Streu Glitzer drauf! Geschichten von Gottesbegegnungen im Alltag« wird als Religiöses Buch des Monats März 2023 vom Borromäusverein Bonn e.V. sowie vom Sankt Michaelisbund empfohlen. Das Buch wurde von Sr. Marie-Pasquale Reuver geschrieben und ist im Patmos Verlag erschienen. Als »Religiöses Buch des Monats« wird monatlich eine religiöse Literaturempfehlung benannt, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.

Wir freuen uns über diese Auszeichnung!

 


Die Jury-Begründung

Von einer Freundin bekam Schwester Marie-Pasquale Reuver aus dem Franziskanerinnenkloster Sießen eine Postkarte mit der Aufschrift »Wenn dich dein Leben nervt – streu Glitzer drauf!«. Mehr als nur ein flotter Spruch, findet die Theologin und Seelsorgerin nach einem ersten Schmunzeln. Tatsächlich kann man auch dunkle Zeiten im Leben durch Augenblicke der Schönheit erhellen, und oft werden einem die Glitzermomente sogar geschenkt, man muss sie nur wahrnehmen. Glitzer funkelt, weil er das Licht reflektiert. Das heißt also, dass beides zusammenkommen muss: Gottes Licht und meine Bereitschaft, Gott auch einen Reflexionsraum in meinem Leben zu geben. »Streu Glitzer drauf« kann man somit durchaus als prägnante Formulierung dafür verstehen, dass Gottes Licht auch im Alltag sichtbar werden kann – wenn wir es nur zulassen.

»Den ganz normalen Alltag möchte Gott mit uns teilen. Mit uns am Tisch sitzen.« In dieser Überzeugung hat Schwester Marie-Pasquale in ihrem sympathischen Buch fast sechzig »Geschichten von Gottesbegegnungen im Alltag« aufgeschrieben, die genau das auf eindrucksvolle Weise zeigen: In allen, wirklich allen Situationen des Lebens ist Gott bei uns und lässt sich von uns finden, wenn wir ihn nur suchen. Wir neigen dazu, immer nur auf die Schwierigkeiten zu schauen, die uns widerfahren, und verlieren dadurch leicht den Blick für all das Gute, das uns doch auch umgibt. Die Autorin empfiehlt als Gegenmittel, wir sollten uns immer wieder einmal überlegen, wofür wir alles dankbar sein dürfen, um wieder eine zutreffendere Sicht auf das Leben zu gewinnen.

Die japanische Kunst des Kintsugi lehrt sie den richtigen Umgang mit Brüchen: Gott vergoldet auch meine Risse durch seine Barmherzigkeit, wenn ich mich in seine Hand gebe. Die Unterhaltung mit drei Kindern über die biblische Brotvermehrung lässt sie die Wunder Jesu mit neuen Augen sehen – und begreifen, weshalb auch wir werden sollen wie die Kinder. Die um die praktischen Erfordernisse des Alltags besorgte Marta, von der man im Evangelium liest, ihre nur zuhörende Schwester Maria habe das Bessere gewählt, wird mit der zupackenden Oma der Autorin verglichen und dabei auf liebenswerte Art »rehabilitiert«.

In einem bunten Strauß von erlebten Alltagssituationen, Begegnungen und Erfahrungen, aber auch bei der Lektüre von Romanen wie etwa »Harry Potter« oder den »Känguru-Chroniken« werden auf diese Weise plötzlich ganz viele Glaubensthemen sichtbar – und fast wie nebenbei überzeugend erklärt und in die normale Lebenswelt eingebunden. Da ist auch manch Überraschendes dabei, wenn etwa die Vorstellung vom Fegefeuer von Schwester Marie-Pasquale als eigentlich »frohe Botschaft« erklärt oder die Taufe als eine Art Superman-Gewand bezeichnet wird, das uns ungeahnte Kräfte verleiht. Gott wird verglichen mit einem guten Baumeister, einer aufmerksamen Kellnerin, einer gnädigen Polizistin und sogar mit der Mediathek auf dem iPod, um anschaulich ausdrücken zu können, was Gott für mein Leben bedeuten kann und will.

Alles in allem werden in diesem sympathisch unprätentiösen Buch keine revolutionär neuen Erkenntnisse vermittelt, aber die Verortung der Glaubensfragen im Alltag gelingt der Autorin so lebensnah, anschaulich, humorvoll und überzeugend, dass wohl alle Lesenden solch eine authentische Glaubenserfahrung als große Ermutigung und Ansporn empfinden werden, Gottes Nähe und Gegenwart auch im eigenen Alltag zu suchen. Und etwas Besseres kann man über spirituelle Literatur kaum sagen.

Sankt Michaelsbund

Die Empfehlung gibt es auch als Video:

Als Religiöses Buch des Monats benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.